Ev.-luth. Nicolaigemeinde Herzberg

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Was spricht dafür, Kirchenmitglied zu sein?

Hier sind zwölf Argumente, warum die Kirche wichtig ist:

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Das "Glauwo"

Vom englischen Wort „Passion“ wird unser neues Glaubenswort (Glauwo) nicht abgeleitet, denn das bedeutet so viel wie „Leidenschaft“ oder „Freude“ und markiert insofern eher das Gegenteil von unserem religiösen Begriff.


Der Ursprung des Wortes stammt vom lateinischen Wort „passio“, was übersetzt „Leiden“ heißt.
Mit „Passion“ wird in unserem Fall deshalb die Leidensgeschichte Jesu Christi beschrieben, wie wir sie aus den Evangelien kennen. Dabei dreht sich alles um die Frage, weshalb musste Jesus sterben.
Aber was gehört alles zur Passionsgeschichte dazu? Nur die Kreuzigung und sein Tod? Nein, noch viel mehr: Sie umfasst auch den Todesbeschluss seiner Gegner, die Einsetzung des Abendmahls, den Verrat des Judas, seine Enttarnung, das Verfahren vor Pontius Pilatus, die Leugnung des Petrus, Jesus zu kennen, die Verurteilung Jesu, seine Kreuzigung, seinen Tod sowie seine Grablegung.
Viele Menschen der damaligen Zeit haben Jesu Tod als Scheitern verstanden. Jedoch mit der Auferweckung Jesu von den Toten wird heute bei uns Christen die Befreiung der Menschen überhaupt verstanden. Jesus hat das Leid der ganzen Menschheit auf sich genommen. Er gilt als der Erstgeborene.
Aber wie lange geht die Passionszeit bei uns? Sie beginnt am Aschermittwoch und umfasst eine Zeitspanne von vierzig Tagen vor dem Osterfest. (www.ekd.de/glauben/abc/passion.html)
Was mich besonders interessiert hat, ist die Frage, ob auch die Fußwaschung zur Passion dazu gehört. Ich fand heraus, dass sie nochmal einen ganz besonderen Teil der Passionsgeschichte einnimmt. Wir finden im Bericht über die Fußwaschung in Johannes 13 dazu direkte Hinweise: Der Herr wäscht seinen Jüngern die Füße, nachdem er die Oberkleider abgelegt und sich mit einem leinenen Tuch umgürtet hat. Nachdem Jesu den Jüngern die Füße gewaschen hat, trocknet er sie mit dem Tuch ab (Joh 13, 1-5). Das ist der äußere Ablauf.

Es handelt sich bei der Waschung allerdings nicht nur um ein Zeichen der Gastfreundschaft und Demut, sondern es verweist auf etwas Geistliches. Die „übertragene“ Fußwaschung ist vielmehr mit Jesu Stellung nach seinem Tod zu verknüpfen, dem Platz im Himmel, von wo aus Er jetzt für die Seinen tätig ist. (siehe: www.bibelkommentare.de )
Jesus sagt einmal ganz deutlich zu Petrus: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit mir.“ (Joh 13) Es geht also darum, dass die Jünger Jesu in einer Umgebung, in der sie oft innerlich verunreinigt werden, wieder in die innere Übereinstimmung mit dem Herrn Jesus kommen und an seinen „Interessen“ ebenfalls Freude haben. Es dreht sich dabei nicht um den natürlichen Reinigungsprozess, sondern um einen geistlichen. Judas hat diese Waschung übrigens nicht erlebt, und besaß daher kein Leben aus Gott (Joh 17, 12).
Aber wie geschieht die Reinigung bei uns heutzutage? Indem wir Gottes Wort lesen, hören und es in uns wohnen lassen, denke ich. Allerdings meinen auch einige Theologen unserer Zeit, dass wir die Fußwaschung als Sakrament in unsere Glaubenspraxis aufnehmen sollten. Das ist überlegenswert! Nicht zuletzt deshalb, weil Wasser im Wort Gottes oft ein Hinweis auf das Wort Gottes ist, durch das der Herr uns sowohl zur Bekehrung führt, als auch uns immer wieder innerlich reinigt.
Also…die „Passion“ bedeutet viel mehr als den Tod Jesu. Vor einigen Jahren wurde die Aktion „Sieben Wochen ohne“ eingeführt. Man soll dabei in der Fastenzeit, was die Passionszeit ist, mal auf etwas verzichten, beispielsweise Fleisch, Fernsehen, Alkohol, Schokolade, Zigaretten usw. Eine gute Aktion, wie ich finde.
Übrigens die Fußwaschung wird in der Christuskirche am Gründonnerstag beim Tischabendmahl symbolisch erlebbar. (siehe: Pinnwand)
Jürgen Illgen