Ev.-luth. Nicolaigemeinde Herzberg

ÜBERRASCHEND - OFFEN - VIELFÄLTIG

Kirchliches Leben hat sich in Herzberg am Harz früh entfaltet. Schon im Mittelalter gab es neben der Kapelle im Herzberger Welfenschloss zwei Kirchen, die aber Ende des 16. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen werden mussten. 1593 wurde in Herzberg die Bartholomäikirche am Rande des Ochsenpfuhles erbaut (1849 wegen Einsturzgefahr abgerissen).

1654 entstand (nach dem Abbruch der ersten Nicolai-Kirche Ende des 16. Jahrhunderts) die zweite Nicolai-Kirche als „Gottesackerkirche“. Sie wurde an den bereits 1616 errichteten heutigen Nicolai Kirchturm angebaut und diente der Gemeinde bis zum Abbruch 1834/35.Der Kirchturm blieb stehen.

Von 1841 bis 1845 wurde die heutige dritte Nicolai-Kirche in Herzberg erbaut. Sie steht an der ältesten Straße der Stadt, an der historischen Junkernstraße. Die Mauern der Nicolai-Kirche bestehen aus Harzer Grauwacke. Das Kirchenschiff misst ca. 35 m in der Länge und ca. 24 m in der Breite. 1995 zum 150. Geburtstag der Nicolai-Kirche und zum 100. Geburtstag der benachbarten katholischen St. Josef-Kirche erschien eine gemeinsame Festschrift der beiden Gemeinden mit umfangreichen Beschreibungen ihrer Kirchen und ihres gemeindlichen Lebens. Die ersten Baupläne für den Bau der 3. Nicolai-Kirche in Herzberg gehen auf das Jahr 1830 zurück. 1832 werden für den Kirchenbau nach den Plänen von Baurat Daniel Hellner 22.000 Taler an Kosten veranschlagt.

1841 begann der Bau. Am 3. August 1845 konnte Superintendent Starck die neue Nicolai-Kirche einweihen. Das Äußere der Nicolai-Kirche mit den übereinander liegenden Fensterreihen an den Längsseiten entspricht dem klassizistischen Stil. Der Zugang zum Inneren der Kirche ist durch vier Vorbauten, verteilt auf die vier Seiten, möglich. In den nördlichen und südlichen Vorbauten an den Längsseiten befinden sich die Treppen zu den Emporen. Im Vorbau an der Altarseite ist die Sakristei. Darunter befindet sich die Fürstengruft. Der Innenraum der Nicolai-Kirche wurde geprägt durch die mächtigen, schwarzen hölzernen Säulen. Das Hauptschiff wird durch ein Tonnengewölbe überspannt. Über dem 1955 umgestalteten Altar befindet sich eine Hochkanzel. Sie wird aber schon längere Zeit nicht mehr genutzt. Auf der Westseite der Kirche liegt der 1893/94 eingebaute Kirchsaal. Er erlaubte die Vergrößerung der darüber liegenden Orgelempore.

Einige aus der Einweihungszeit von 1845 erhalten gebliebene Gegenstände sind in der Nicolai-Kirche noch im Gebrauch. Dazu zählen die Leuchter auf dem Altar und liturgische Gefäße wie Oblatendose, Oblatenteller und Abendmahlskelch.

In den Jahren 2003 und 2004 erfolgte eine Innenrenovierung der Kirche und es wurde eine Winterkirche unter der Orgelempore eingebaut. Der Kirche wurde die ursprüngliche Farbgebung zurückgegeben. Seit diesem Zeitpunkt erstrahlt die Kirche in einer hellen Farbgebung.·Renommierstück der Herzberger Nicolai-Kirche ist die ebenfalls 1845 eingeweihte, heute denkmalsgeschützte Orgel des in Herzberg ansässig gewesenen Orgelbaumeisters Johann Andreas Engelhardt. Er schuf seinerzeit ein Instrument, das den Übergang von der klassizistischen zur romantischen Epoche veranschaulicht.

Der bereits 1616 errichtete Turm der Nicolai-Kirche enthält ein Geläut aus drei wertvollen historischen Glocken, die aus unterschiedlichen Epochen der Glockengießerkunst stammen. Die älteste Glocke, „Caroline“ genannt, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist eine der ältesten noch läutenden Glocken Deutschlands.

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Grundbestand vergangener Jahre

Das Hauptwerk der Orgel besteht aus einem Rückpositiv von Paul Ott, welches er 1932 an eine Denkmalorgel von Johann Kuhlmann (1825) angefügte. Im Zuge von Restaurierungsmaßnahmen 1978/79 wurde es entfernt und 1980

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