Ev.-luth. Nicolaigemeinde Herzberg

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Unterricht 2022

Nach den Weihnachtsferien beginnt der Haupt-Konfiunterricht am 11.01.22 um 17:00 im Martin-Luther-Haus. Die Vorkonfis kommen am 15.01.22 um 13:00 in das Gemeindehaus.

Weihnachtsbaum gesucht

Die Nicolaigemeinde sucht wieder einen Weihnachtsbaum für das Martin-Luther-Haus und für die Nicolaikirche.Fällen und Abtransport übernehmen die MitarbeiterInnen vom Friedhof.Bitte auf dem Friedhof melden, Telefon: 05521 / 4499.

Interview mit Thomas Harms, Springer-Pastor in der Nicolaikirche Herzberg

DSC07780Die Nicolaigemeinde in Herzberg hat einen neuen Springer-Pastor: Thomas Harms aus Göttingen. Seit August unterstützt er als Vakanzvertreter mit Beauftragung der Landeskirche Hannover das Herzberger Pfarramt, das seit Mai frei ist, mit einer vollen Stelle. 

Den Pastor haben in den ersten Monaten bereits vielfältige Aufgaben wie die Kasualien, also Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen – und viele (Kennenlern-)Gespräche und Besuche erwartet. „Ein Pastor muss Präsenz zeigen“, findet der 55-Jährige, „Und ein Gemeindepastor ist in erster Linie Seelsorger.“ Zuhören, wenn jemand eine schwere Zeit durchlebt. Für den anderen da sein. Trost und Zuversicht spenden. Bedingungslos. Doch wie hat er selbst eigentlich zum Glauben gefunden? Diese und andere Fragen beantwortet Thomas Harms im Interview:
Warum sind Sie Pastor geworden? 
„Weil mir in einem sehr guten Konfirmandenunterricht lebensnah der Inhalt der Bibel nahegebracht worden ist. Ich sah einen Gott, der mitleidet und sich nicht erhebt. Der etwas ändern und bewegen wollte. Ich wurde 1980 in Zeiten der Friedensbewegung konfirmiert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir einen Film über die Favelas in Brasilien gesehen haben. Und ich dachte mir, was ich – was wir alle – doch für ein wahnsinniges Glück haben, in Deutschland geboren zu sein. Es hätte ja auch Kabul oder Burkina Faso sein können…“ 
Sie waren von 2013-2019 Bürgermeister von Geismar, haben sich politisch für Bündnis 90 – Die Grünen engagiert, haben vier Kinder etc. – wie haben Sie das unter einen Hut bekommen?
„Ich hab’s einfach gemacht. Und ich habe Spaß am Multitasking – das kommt meinem Charakter entgegen. Als Ausgleich hatte ich immer meinen Sport: Ich fahre gerne Fahrrad, schwimme und spiele Badminton. Denn ich halte es für wichtig, nicht so viel mit nach Hause zu nehmen. Schmale Pastorenschultern sollten sich nicht das Leid der Welt aufbürden. Da halte ich es auch wie Martin Luther: Froh und unverzagt sein, sonst lassen sich auch nicht die frohe Botschaft und der Glaube transportieren.“ 
Nächste Station: Springer-Pastor für die Landeskirche. Warum haben Sie sich dafür entschieden?
„Der Springerdienst ist eine positiv zu verstehende Probezeit – so habe ich als Pastor, aber auch die Gemeinde die Gelegenheit, zu schauen, ob es passt. Sonst ist es „hop oder top“ für beide Seiten. Ich freue mich über den Dienst als Gemeindepastor hier in dieser schönen Stadt Herzberg und darauf, die Gemeinde nach und nach kennenzulernen. Ich habe lange nicht mehr eine so helle, großvolumige Kirche erlebt. Ich freue mich, mit Burkhard Brömme als erfahrenem Diakon, der seit 30 Jahren eine sehr gute Jugendarbeit leistet, zusammenzuarbeiten. Mit dem Martin-Luther-Haus haben wir ein riesiges Gemeindehaus. Ich könnte mir vorstellen, dass Diskussionsforen dort stattfinden könnten. Aber das werden die Zeit und die Wünsche der Gemeinde zeigen.“
Sie waren u.a. Gefängnisseelsorger und Pastor im Grenzdurchgangslager Friedland - welche besonderen Situationen gab es, bei denen Sie an Ihre Grenzen gestoßen sind?
„Im Gefängnis und Maßregelvollzug (Psychiatrie) half mir zu sagen: Ja, da hast du zu tun mit Menschen, die Verbrechen begangen haben. Es waren äußerst finstere Taten dabei, die nun wirklich nicht kleinzureden sind. Aber kein Mensch ist durch und durch schlecht. Er bleibt immer ein Gegenüber Gottes. Natürlich müssen Straftaten geahndet werden – aber Mensch bleibt Mensch, diese Würde ist ihm nicht zu nehmen.“
Gab es auch besonders schöne Momente? 
„Die gab es besonders im Jugendvollzug – durch Dankesbriefe und Wiedertreffen nach Jahren. Ein junger Mann zum Beispiel hat erfolgreich seine Ausbildung zum Gas-Wasser-Installateur abgeschlossen, war inzwischen zweifacher Vater und sehr glücklich. Das sind schöne Erfolgsgeschichten.
Als klassischer Gemeindepastor bin ich ein großer Verfechter der Säuglingstaufe und empfinde Taufen als Geschenk – wegen des unbedingten Zuspruchs, vermittelt durch den Pastor und die Gemeinde.“
Mareike Spillner
(Text und Foto)
 
Für Thomas Harms ist das Pastorendasein Berufung. Von 1995 bis 1997 war er Vikar der Hannoverschen Landeskirche, bis 1999 schloss sich ein Sondervikariat im Maßregelvollzug des LKH Moringen an. Er war Geschäftsführer des „Fördervereins Sozialpsychiatrie Moringen e.V.“, Seelsorger und sozialwissenschaftlicher Mitarbeiter im LKH. 2001 wechselte Thomas Harms als Pastor zur Kreuzkirche in Göttingen, war anschließend bis 2003 Assistent des Vorstehers im „Birkenhof“ in Hannover und bis 2005 Pastor und Gemeindeleiter im Gemeindeverbund Friedland. Von 2005 bis 2008 führte ihn sein Weg als Gefängnisseelsorger erneut nach Göttingen. Als nächste Station folgte bis 2016 eine Stelle als Diakoniepastor, ebenfalls in Göttingen, und im Anschluss bis 2019 arbeitete er als Pastor im Grenzdurchgangslager Friedland und zugleich als Geschäftsführer der Inneren Mission. Von 2020 bis 2021 war Thomas Harms schließlich als Vorstand des Diakonischen Werkes Christophorus Göttingen e.V. und zugleich mehrerer zugehöriger Gesellschaften tätig. Nun folgt zunächst auf unbestimmte Zeit die Springertätigkeit in Herzberg. Für Thomas Harms ist das Pastorendasein Berufung. Von 1995 bis 1997 war er Vikar der Hannoverschen Landeskirche, bis 1999 schloss sich ein Sondervikariat im Maßregelvollzug des LKH Moringen an. Er war Geschäftsführer des „Fördervereins Sozialpsychiatrie Moringen e.V.“, Seelsorger und sozialwissenschaftlicher Mitarbeiter im LKH. 2001 wechselte Thomas Harms als Pastor zur Kreuzkirche in Göttingen, war anschließend bis 2003 Assistent des Vorstehers im „Birkenhof“ in Hannover und bis 2005 Pastor und Gemeindeleiter im Gemeindeverbund Friedland. Von 2005 bis 2008 führte ihn sein Weg als Gefängnisseelsorger erneut nach Göttingen. Als nächste Station folgte bis 2016 eine Stelle als Diakoniepastor, ebenfalls in Göttingen, und im Anschluss bis 2019 arbeitete er als Pastor im Grenzdurchgangslager Friedland und zugleich als Geschäftsführer der Inneren Mission. Von 2020 bis 2021 war Thomas Harms schließlich als Vorstand des Diakonischen Werkes Christophorus Göttingen e.V. und zugleich mehrerer zugehöriger Gesellschaften tätig. Nun folgt zunächst auf unbestimmte Zeit die Springertätigkeit in Herzberg.

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